Theater für und mit jungen Leuten – genau das macht der Theater Jugend Club in Rendsburg. Momentan führen die Mitglieder ein Stück auf, in dem es um Schuld, Reue und Verantwortung geht.

Der Theater Jugend Club

Der TJC (Theater Jugend Club) wird unter anderem von der Theaterpädagogik geleitet. Der Club wurde gegründet, als die Theaterpädagogik feste Institution des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters wurde. Am Anfang jeder Spielzeit sammelt die Gruppe zusammen Ideen und entwickelt daraus dann ein Stück. Außerdem werden verschiedene Theatermethoden ausprobiert und es wird sich mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt. Diese Jahr versuchte der Club die sieben Totsünden in das Stück einzubinden. Den TJC gibt es in Rendsburg, Schleswig und Flensburg und ist ab 13 Jahren.

Das Stück

Fehler, die einfach nicht wieder gut zu machen sind. Reue, die einen noch Jahre begleitet. Die Suche nach Vergebung, ein ewiger Weg, der ins Nichts führt. Mit dem Theaterstück „Josie oder: Der Stille Klassenraum“ befasst sich der TJC Rendsburg mit dieser Thematik.

Das Stück handelt von der Klasse 10a , in welcher gelegentlich Streiche gespielt werden. Sie sind harmlos — am nächsten Tag entschuldigt man sich und alles ist wieder gut. Doch auf einen Schlag sollte sich das Leben eines schüchternes Mädchens und das der gesamten Klasse für immer durch einen Scherze ändern. Dieser eine Junge, immer im Mittelpunkt stehend, lädt das so unscheinbare Mädchen auf ein Date ein. Doch sollte dies sich auch nur als ein „Scherz“ herausstellen. Die gesamte Klasse hilft bei dem Streich mit. Was sie damit anrichten, realisieren sie viel zu spät.

Ein fantastisches Stück rund um Schuld und dies in mehreren Aspekten.

Die Frage, wer schuld ist, war einer dieser interessanten Faktoren. So behauptet die Klasse, dass nur der Junge Schuld habe. Er hat schließlich alles angezettelt. Der Junge jedoch ist fest davon überzeugt, dass sich die Klasse durch die Beihilfe genau so schuldig mache. Wie sehr beeinflusst einen die Menge? Wann geht Gruppenzwang zu weit? Wer hat Schuld?

Das Ende und der Wendepunkt regen die Zuschauer ebenfalls zum Denken an. So stellt sich ein Charakter, 15 Jahre nach dem Ereignis, ihrer Verzweiflung und lernt, sich selbst zu vergeben. Verarbeiten kann sie ihre Schuld, vergessen aber niemals. Ich denke, dass dies eine wichtige Botschaft des Stücks ist. Reue zu zeigen, aber nicht in ein tiefes Loch zu fallen, sich selbst vergeben zu lernen. Eine schmerzhafte Angelegenheit, die, wie das Stück zeigt, dauert.

Diesen Aspekt, sowie die Thematik des Gruppenzwangs wird im Theaterstück beeindruckend dargestellt und bleibt auch danach noch im Kopf.

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