Die Energiepreise steigen zur Zeit gewaltig. Die Unsicherheiten auf den Energiemärkten und die angespannte Versorgungslage mit Erdgas durch den Ukraine Konflikt haben zu diesen hohen Energiepreissteigerungen beigetragen. Die Energiepreise stiegen im Februar 2022 im Vergleich zum Februar 2021 stark an. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war importierte Energie 129,5 % teurer als im Vorjahresmonat. Im Inland erzeugte Energie kostete 68,0 % mehr und Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe 22,5 % mehr Zahlen als im Februar 2021.

Gerade für Unternehmen mit hohem Energiebedarf wie z.B. die Metallverarbeitenden-  sowie Textilverarbeitungsbetriebe stellt dies ein großes Problem dar. Da die extrem schnell steigenden Energiepreise nicht in die Kalkulationen des Endproduktes eingerechnet sind. In den vergangenen Wochen hat es Tage gegeben, an welchen die Energiepreise sprunghaft um bis zu 50 % angestiegen sind. Die gestiegenen Energiekosten müssen die Unternehmen an ihre Kunden weitergeben. Zur Zeit seien die meisten Kunden noch einsichtig. Ob das so bleibt ist aber weiterhin unklar. Denn in  Ländern, die unabhängiger von z.B. Erdgas sind, kann deutlich günstiger produziert werden.

  • Energiepreise im Februar 2022 gegenüber Vorjahresmonat: +129,5 % für importierte Energie, +68,0 % für im Inland erzeugte Energie, +22,5 % für Energie für Privathaushalte 
  • Erdgas- und Erdölimporte aus Russland im Januar 2022: +54,2 % gegenüber Vorjahresmonat
  • Erdgas wichtigster Energieträger für Industrie in Deutschland
  • Energiekosten werden an Kunden weitergegeben 

Warum ist unsere Wirtschaft besonders betroffen?

In skandinavischen Ländern als Beispiel wird die Wirtschaft hauptsächlich durch Strom aus Kernkraft und Wasserkraft versorgt. Dadurch hat die dort ansässige Industrie deutlich niedrigere Energiekosten, weshalb sie günstiger produzieren kann. In solchen Ländern hat man schon früh damit begonnen, in der Energiefrage autark zu werden. Auch erneuerbare Energien wie Windkraft und Solarenergie führen zu mehr Unabhängigkeit und sind gleichzeitig eine nachhaltige Alternative. Deutschland hingegen setzt weiterhin auf den Import von Kohle, Öl und Erdgas, weshalb es stark abhängig von anderen Nationen ist.

Atomkraft als Alternative?

Zuletzt wurden die Atomkraftwerke in Deutschland heruntergefahren. Auslöser für die Entscheidung des Deutschen Bundestages zum Atomausstieg war die Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011. Diese machten jedoch bei uns einen großen Teil der Energiegewinnung aus. In den Nachbarländern Deutschlands wird aber immer mehr auf Atomkraft gesetzt, denn am 02.02.2022 haben Politikerinnen und Politiker der Europäischen Union entschieden: Auch Strom aus Atomkraft ist klimafreundlich. Es ist richtig, dass bei der eigentlichen Stromproduktion aus Kernenergie kaum Treibhausgase freigesetzt werden. Dennoch ist Atomkraft auf keinen Fall CO2-neutral – Treibhausgase werden vor allem vor und nach der Stromproduktion ausgestoßen. Außerdem entsteht radioaktiver Müll, für den es noch kein Endlager gibt. Trotzdem ist es eine Energie, mit welcher man sich unabhängig von anderen Ländern macht. Außerdem werden keine Bodenschätze wie Kohle, Öl oder Erdgas benötigt. Es wird jedoch immer wichtiger, Wege zu finden mit denen die Umwelt äußerst wenig belastet wird und Deutschland in keine Notlagensituation gerät. 

Was sind Lösungen, Pläne und Alternativen um die Wirtschaft zu unterstützen?

Schon am 8. April 2022 haben Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die vom Kabinett beschlossenen Wirtschaftshilfen für Unternehmen, die vom Ukraine-Krieg und die damit verbundenen hohen Energiekosten betroffen sind, vorgestellt. Hierbei wurde eingeräumt, dass der Bund nur einen Teil der Belastungen abfedern könne. Zu den zuvor beschlossenen Wirtschaftshilfen gehört ein Kreditprogramm im Umfang von bis zu sieben Milliarden Euro. Für zinsgünstige Kredite sind Unternehmen aller Größenklassen berechtigt. Zudem sollen einzelne Bürgschaften, die Bund und Länder während der Corona-Pandemie übernommen haben, verlängert werden. Zuschüsse und der Einsatz von staatlichen Mitteln zur Rettung bedrohter Unternehmen sind hingegen nur bei besonders starken Belastungen geplant. Dieses Hilfsprogramm zum Schutz der betroffenen Unternehmen ist schon seit dem 1. Juni 2022 in Betrieb und soll bis Ende 2022 anhalten.

Viele Branchen haben sich schon vor vielen Jahren auf den Weg zu einer klimaneutralen Produktion sowie energetischen Unabhängigkeit gemacht. Es ist jedoch ein Prozess, welcher sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Viele große Unternehmen arbeiten bereits mit Hochdruck an Alternativen und werde hierbei auch vom Staat gefördert. Aus Sicht von Experten könnte es aber für einige mittelständische Betriebe Existenz bedrohend werden.

Es gibt mehrere Konzepte sowie Unterstützungsmaßnahmen zum Schutz der Wirtschaft. Welchen Nutzen diese haben und welchen Schaden die Energiekrise wirklich in der Wirtschaft hinterlassen wird, ist aber noch lange nicht Absehbar. Klar ist aber, dass langfristigg der Verbraucher derjenige sein wird, welcher für den entstehenden Schaden aufkommen muss.

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