Vier Jahre übernahm Frau Jürgens kommissarisch das Amt der Schulleitung, nun begrüßt die Herderschule ihre neue Schulleiterin: Frau Timmermann wird diesen Job in Zukunft übernehmen. In unserem Interview gibt sie uns einen Ausblick in ihre Vergangenheit und die Zukunft unserer Schule. 

1. Wie waren Sie früher in der Schule? 

Ich bin immer sehr gerne zur Schule gegangen und war eine fleißige Schülerin. Ich habees auch sehr gerne gemocht in der SV zu arbeiten. Meine Fächer, die ich heuteunterrichte, also Deutsch und Geschichte, waren auch damals schon meineLieblingsfächer. Biologie war auch ein Fach, das mir viel Freude bereitet hat und das mir auch leicht fiel. Mathematik hingegen war für mich immer etwas schwierig.

2. Was ist Ihnen aus Ihrem Schulleben besonders in Erinnerung geblieben?

Das sind wohl die Abistreiche. Als Schülerin fieberte ich auf diese Tage vor den Sommerferien immer hin, weil sich die Abschlussjahrgänge ihrem Motto entsprechend immer etwas Besonderes ausgedacht und lustige Spiele mit den Lehrkräften und den Schülern organisiert hatten. Dass der Unterricht ausfiel, fand ich als Schülerin damals natürlich auch toll.

3. Wie haben Sie sich früher an Ihrer Schule eingebracht?

Ich bin in der SV gewesen. Zwar war ich nie Vertreterin für die ganze Schule, aber ich war häufig Klassensprecherin. Das habe ich sehr gerne gemacht, weil ich immer das Gefühlhatte, dass man die Schule ein bisschen mitgestalten kann. Das ist letztlich ja auch der Grund, warum ich hier sitze und sage, dass ich mich auf die Zeit hier Schulleiterin zu sein freue. In dem Beruf macht man im Prinzip dasselbe, nur eben aus einer anderenPerspektive. Als Schülerin hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mit meinen Mitschülern und den Lehrern zusammenzuarbeiten und zu überlegen: Was brauchen die Schüler gerade? Was ist uns wichtig? Wofür stehen wir ein? Ich fand es schön, einbezogen zu werden undIdeen einbringen zu können. Wir haben mal ein großes Sommerfest als einmaliges Event veranstaltet. Es hat zum Einen viel Spaß gemacht, das mit den anderen Schülernzusammen zu organisieren und zum Anderen war das für die Schulgemeinschaft auch einganz besonderes Erlebnis. In der SV tut man eben etwas für die Schulgemeinschaft und identifiziert sich auch als Teil der Schulgemeinschaft. Das ist schön.

4. Wie verlief Ihr bisheriges Arbeitsleben?

Ich habe in Rendsburg mein Abitur gemacht und bin dann weiter nach Kiel. Dort habe ich an der Christian-Albrechts-Universität die Fächer Deutsch und Geschichte studiert. Nach dem Hauptpraktikum habe ich in meinem Studium dann nebenbei regelmäßig an einerSchule hospitiert, habe mir also freitags freigehalten und bin da in die Schule gefahren. Dort habe ich mir mit Lehrerinnen und Lehrern zusammen den Unterricht angeschaut und ab und zu auch selber etwas ausprobiert. Das habe ich gemacht, weil es mir wichtig war, zu gucken, ob es mir Spaß macht mit Schülern zu arbeiten. Ich habe das zwar immergedacht, wollte aber dennoch sicher sein, dass mir das Freude macht. Nach dem Studium habe ich dann mein Referendariat absolviert und habe als Lehrerin für Deutsch und Geschichte an einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe gearbeitet. Vor drei Jahren bin ich dort stellvertretende Schulleiterin geworden, weil ich Lust hatte noch etwas in der Schule über den Unterricht hinaus zu machen. Zu meinen Aufgaben gehörte es zumBeispiel den Stundenplan zu machen, die Unterrichtsverteilung für das neue Schuljahr zuerstellen und den Vertretungsplan täglich zu bearbeiten. Durch diese Zeit alsstellvertretende Schulleiterin konnte ich wichtige Erfahrungen in der Schulleitungsammeln. Dann habe ich mich im letzten Frühling bei euch beworben und bin glücklich, dass ich jetzt bei euch sein kann.

5. Was sind denn Aufgaben, die man als Schulleiterin machen muss?

Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Zum Einen arbeitet man gemeinsam mit den Gremiender Schule an Themen der Schulentwicklung, das sind zum Beispiel das Schulprogrammund die Arbeitsschwerpunkte des Schuljahres. Ein anderes Aufgabengebiet ist die Unterrichtsentwicklung. Das heißt, dass man gemeinsame Ziele für die Qualität des Unterrichts setzt und Entwicklungsbedarfe ermittelt. Eine wichtige Aufgabe besteht auchdarin, die Lehrerinnen und Lehrer in Ausbildung zu begleiten. Das macht mir viel Freude, weil man durch diese Zusammenarbeit Anregungen und Ideen auch für den eigenenUnterricht bekommt. Zudem bewirtschaftet die Schulleitung auch den Schulhaushalt. In allen Aufgaben ist es mir sehr wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Kolleginnen und Kollegen konstruktiv zusammenzuarbeitenSchule muss gemeinsam mit allen Beteiligten gestaltet werden, das funktioniert nicht, wenn nur einer denkt und entscheidet. Es ist wichtig, was ihr Schülerinnen und Schülerdenkt, was ihr wollt und welche Bedürfnisse ihr habt. Ihr müsst euch mit den Dingeneinbringen, die ihr euch für die Zukunft wünscht. Und auch eure Eltern habenErwartungen, Wünsche und Bedürfnisse an diese Schule und den Unterricht, die sieeinbringen werdenebenso wie die Kolleginnen und Kollegen. Als Schulleiterin ist es eben auch wichtig Vorbild für diese offene Kommunikation zu sein. Die Schule soll ein Ort sein, an dem sich die Menschen, die sie betreten, wohlfühlen und an dem ihrSchülerinnen und Schüler erfolgreich lernen und leben könnt, damit ihr gut gerüstet in eure Zukunft gehen können.

6. Wie sind Sie auf den Job als unsere Schulleiterin aufmerksam geworden?

Ich habe irgendwann angefangen nach einer neuen Aufgabe im Nachrichtenblatt zusuchen. Der Standort in der Stadt Rendsburg sprach mich an, weil ich ursprünglich ausRendsburg komme. Daraufhin habe ich mich ein bisschen umgehört und nur Gutes überdie Herderschule gehört. Auf der Homepage habe ich gesehen, dass ihr es alsSchulgemeinschaft sogar über die Coronazeit geschafft habt, ganz aktiv zu sein. Das fand ich beeindruckend. So nsche ich mir eine Schule, dass sie aktiv ist und die Menschen Lust haben, etwas miteinander zu machen. Und dann habe ich michbeworben.

7. Welche Pläne haben Sie, um unsere Schule zu verbessern?

Ich weiß ja gar nicht, was ihr braucht. Ich bin da erstmal ganz vorsichtig, weil ich glaube, dass es wichtig ist, dass ich erstmal mit ganz vielen Menschen hier spreche. So kann ich hören, was ihr darüber denkt, das kann ich von außen ja gar nicht beurteilen. Ich bringemeine Erfahrung und mein Können mit und dann möchte ich mit allen gemeinsamgucken, woran wir in der Zukunft arbeiten möchten. Das bringt nicht so viel, wenn ich jetzt sage “Ich hätte gerne dies, das, jenes” und ihr sagt alle “Brauchen wir aber gar nicht”. Wichtig ist es im Austausch zu sein, damit ich euch kennenlerne und ihr michkennenlernt. Dann kann man gucken, was der gemeinsame Weg sein wird.

8. Unsere Schule setzt sich viel für den Klimaschutz ein. Was tun Sie privat für eine sauberere Umwelt?

In der Tat haben wir jetzt, wo ich mehr fahren muss, uns dazu entschieden auf Elektromobilität umzusteigen. Das ist derzeit gar nicht so einfach. Bestellt haben wir das Auto schon, aber angekommen ist es noch nicht. Außerdem bauen wir eine Photovoltaik-Anlage auf unser Dach, damit wir Energie selbst gewinnen können. Im Dorf fahre ich die Wege mit dem Fahrrad.

9. Unsere Schule ist ja eine Europaschule. Wenn Sie ohne Grenzen überall hinreisen könnten, wo würde es hingehen?

Ich würde gerne mal wieder nach Wien. Das ist eine Stadt, die mir bei meinem erstenBesuch sehr gefallen hat. Die hat so einen Mittelmeer-Flair, vor allem die Donau istwunderschön. Dort kann man ganz toll abends sitzen und Spaziergänge machen. Kulturell hat Wien auch viel zu bieten. Als Studentenstadt ist dort sehr viel los. Auch die Mentalität der Menschen hat mir sehr gefallen.

10. Die Herderschule wirbt besonders mit dem Sportprofil in der Oberstufe. Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich trainiere im Fitnessstudio. Im Moment ist das leider aufgrund meiner Arbeit und dem Schulwechsel zu kurz gekommen. Zudem mag ich gerne in der Natur Laufen gehen. Dazu habe ich dann noch zwei kleine Kinder und mit den mache in der Freizeit auch viel Sportliches. Zum Beispiel spielen wir gerne Tischtennis oder gehen auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad.

12. Was haben Sie denn früher in ihrer Freizeit gemacht?

Ich habe Judo trainiert, ich habe mit zehn angefangen und war da bei der FT Eintracht. Später habe ich auch selber Kindergruppen trainiert und an Meisterschaften teilgenommen. Das war ein großer Teil meines Lebens. Gelesen habe ich außerdem auch sehr gerne. Als junges Mädchen habe ich Bücher verschlungen, weil ich einfach Lust darauf hatte und weil es mir auch leicht fiel zu lesen. Das mache ich auch heute noch gern, Judo allerdings nicht mehr.

13. Was ist für ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis wichtig?

Vertrauen. Und eine positive Haltung einander gegenüber. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass man das Gefühl hat, dass man dem Gegenüber vertrauen kann. Und dass man ein positives Menschenbild hat. Es ist wichtig, dass man davon ausgeht, dass wir alle miteinander etwas Gutes wollen. Ich glaube, wenn man diese Grundhaltung hat, dann kann man auch viel bewegen. Dann kann man, auch in schwierigen Situationen konstruktiv miteinander kommunizieren. Dafür ist eben auch offene Kommunikation wichtig. Ich glaube, das ist nicht nur ein Schlüssel in der Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern, sondern auch zwischen Lehrkräften und Eltern. Es hilft, wenn man über seine Bedürfnisse spricht oder auch mal sagt, wenn einem etwas nicht passt. Auf einer guten Basis kann man gut darüber miteinander sprechen.

14. Wie kann man denn dieses Vertrauen schaffen?

Ich glaube, das braucht Zeit. Das funktioniert nicht von jetzt auf gleich. Und das braucht auch Stabilität. Man muss sich kennenlernen und man muss dann immer wieder die Erfahrung machen, dass man aufeinander vertrauen kann. Wenn das einmal aufgebaut ist, bestätigt sich das im täglichen Umgang miteinander. Außerdem ist die Haltung zueinander wichtig, also dass man einander vertrauen möchten und miteinander offen sprechen möchte. Das ist der erste Schlüssel, danach macht es die Zeit und die Erfahrung miteinander aus. 

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