Fragen an den Chefredakteur Stefan Hans Kläsener stellen: das war der Siegerpreis des Provinzial-Schülerzeitungswettbewerbs. Diesen hat die Schülerzeitung der Herderschule in Rendsburg, die „Weisse Brücke”, gewonnen. Nun wurde der Preis eingelöst und die Redaktion konnte ihre vielen Fragen loswerden.

Zum Beispiel,wie er zu dem Beruf gekommen ist. Mit einer Schreibmaschine begann Herr Kläsener in der Grundschule, aus Spaß Zeitungsartikel zu verfassen. Später dann, nach einem Theologie-Studium, war eines der prägendsten Erlebnisse für ihn ein Auslandsjahr in Israel. In Hinblick auf den Journalismus war jedoch seine Ausbildungszeit in Mecklenburg-Vorpommern noch prägender. Zu der Zeit gab es die DDR noch, aber die alte SED-Regierung war bereits abgewählt. Obwohl er und die dort lebenden Menschen Deutsch sprachen, war die Sprache ein großes Hindernis. Denn die Aussprache und die Begriffe für bestimmte Sachen unterschieden sich voneinander. Das regte den damaligen Azubi an, über die Komplexität und Sensibilität der Sprache nachzudenken. „Eine grundlegende Aufgabe des Journalisten ist es, Informationen von Experten für den Leser zu übersetzen. Hierbei ist die Sprache das wichtigste Werkzeug, um zum Lesen anzuregen“, sagt der Chefredakteur. Deshalb rät Kläsener auch dazu, statt Germanistik lieber eine andere Fremdsprache zu lernen. Außerdem braucht man neben einer guten Sprachkenntnis auch Allgemeinwissen und etwas mathematisches Können. Denn natürlich muss man einschätzen können, ob die Zahl, die man in einen Artikel baut, überhaupt realistisch ist.

Die SchülerInnen in der Video-Konferenz mit Chefredakteur Kläsener

Eine andere Fähigkeit sei, sich zu trauen, fremde Menschen anzusprechen. Und das auch in Situationen, in denen diese eigentlich ungern Antworten geben wollen. Vor den Menschen, die dann trotz allem antworten, hat Kläsener besonderen Respekt.Ein Satz, den der Chefredakteur im Interview häufig erwähnt ist: „News is what’s different”, zu Deutsch etwa „Veränderung ist Nachricht”. Deshalb braucht man in ungewöhnlichen Situationen jemanden, der fragt und berichtet. Um trotzdem nicht zu weit zu gehen, sollte man Konfliktfähigkeit und Respekt vor seinen Mitmenschen unbedingt besitzen. Auch wenn man als Journalist ab und zu Gegenwind erfährt, ist der Job für Herrn Kläsener der schönste der Welt: „Ich kann Leute anrufen, kann einfach sagen ,Ich bin Journalist’, und die was fragen – und die geben mir ihre Antworten. Das ist doch cool.”

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