Ist das die Realität? Mit dieser Frage wird man häufig konfrontiert, wenn man Hier ist noch alles möglich liest. Es handelt sich um den Debütroman der Schweizer Autorin Gianna Molinari, welcher 2018 im Aufbau Verlag erschien.

Der Roman handelt von einer jungen Frau, die als Nachtwächterin in einer heruntergekommenen Fabrik arbeitet, dem Wolf der dort gefangen werden soll und einem Mann, der vom Himmel fiel.

Im ganzen Buch kann man nicht komplett sicher sein, was wirklich real ist. Ist das, was die Erzählerin erlebt und mitteilt die Wahrheit, eine Art Halluzination, oder eine Lüge? Da das Buch komplett in der 1. Person Singular aus der Perspektive einer einzelnen Person geschrieben ist, kann man sich nie sicher sein. Zudem ist die Erzählerin anonym – das einzige, das man über sie lernt, ist, dass sie recht jung ist und früher in einer Bücherei gearbeitet hat.

Das Buch liest sich wie eine postapokalyptische Erzählung. Es gibt kaum benannte Figuren, und die Protagonistin kapselt sich auch von diesen ab. Daraus folgend vermittelt das Buch ein starkes Gefühl der Einsamkeit, in welchem man als Leser gefangen ist.

Gianna Molinari schreibt diese Isolation und Einsamkeit unglaublich gut und erschafft so eine atmosphärische Geschichte, die es so kein zweites Mal gibt. Der Roman liest sich an Stellen wie ein Traum, an anderen unglaublich real. Zudem greift sie teils Begebenheiten aus dem wahren Leben auf. So gibt es zum Beispiel den „Mann der vom Himmel fiel“.

Hier ist noch alles möglich war eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Es kann kompliziert und auch verwirrend wirken und ist vielleicht nicht etwas für jeden. Aber wenn Ihr nach etwas Neuem sucht, ist es genau das richtige Buch.

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