Die Gender-Debatte gehört wohl zu einer der kontroversesten Diskussionen unserer Gesellschaft. Gerade in Bezug auf Schule verhärten sich die Fronten immer mehr – ein Kommentar von Livia Storm.

Die Ausgangssituation in Schleswig-Holstein

Wenn man in der Deutscharbeit oder  -klausur ein Gendersternchen, Gendergap, Binnen-I, oder ähnliches verwendet, wird dieses als Fehler markiert. Aber ist das wirklich so sinnvoll? Die Gründe, die die Bildungsministerin Karin Prien für dieses Verbot anführt sind zum Beispiel sachliche Korrektheit, Verständlichkeit und Lesbarkeit. Zudem sollten Texte vorlesbar und auf deutschsprachige Länder mit mehreren Amts- und Minderheitssprachen übertragbar sein. All diese Argumente kann man gut nachvollziehen.

Doch was spricht gegen dieses Verbot?

Es gibt keine Vorschläge für alternative Schreibweisen von Binnensonderzeichen, außer sperrige Umschreibungen. So gibt es zum Beispiel statt „Schüler*innen“ die Bezeichnung „Schülerinnen und Schüler“. Dies ist jedoch nicht wirklich sinnvoll, da gerade Schreibweisen wie Gendersternchen oder Gendergap genau dafür entwickelt wurden, um diverse/nicht-binäre Geschlechtsidentitäten mit einzubeziehen. Besser lesen tut sich das auch nicht, es macht Texte nur länger.

In manchen Fällen kann man noch die Umschreibung im Partizip wählen, wie zum Beispiel „Studenten/Studentinnen“, was zu „Studierenden“ wird. Auch dies liest sich nicht wirklich flüssig. Die einzige andere Option ist es, einfach das generische Maskulinum zu benutzen, zum Beispiel „Schüler“ und „Lehrer“. Aber dies kann auch einfach nur verwirrend wirken und Minderheiten unserer Gesellschaft ausschließen.

Außerdem entwickelt sich Sprache immer beständig weiter – sich einfach nur an alten Regeln festzuklammern bringt nichts. Selbst der Duden gendert mittlerweile, wenn auch meist mit dem Format von einem Schrägstrich und dann einem Bindestrich, also z.B. „Schüler/-innen“. Auch dieser empfiehlt, im Bezug auf geschlechtergerechte Sprache flexibel zu bleiben.

Meine Meinung

Ich selbst denke, dass Gendern solle auch in der Klausur oder Klassenarbeit erlaubt sein. Während ich weiß, dass viele persönlich nicht gendern wollen – ihnen ist es einfach zu sperrig, etc. – sollte es trotzdem eine Option sein. Ein Gendersternchen, Binnen-I, oder Gendergap verletzt niemanden, also warum sollte es so ein großes Drama darum geben?

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